Freitag, 27. Juni 2008

Bilderbuchdorf Pont-en-Royen

Letzten Sonntag war ich mit Karin und ihrem Besuch im Vercors-Gebirge unterwegs. Entlang einer Schlucht, der Gorges de la Bourne, ging es immer weiter und tiefer in die gigantische Bergwelt. Zwischenstopp an einem total schönen Naturcafé, um den Durst zu löschen. Danach weiter über einen Spaziergang bei den Grottes de Choranche bis zu einem der schönsten Dörfer des Vercors, Pont-en-Royen. Ein Bilderbuchdorf, dessen Häuser sich in den Steilfels am Schluchteingang der Bourne klammern. Dort gibt es ein Musem, das sich dem Thema Wasser widmet. Wer dem Museum ein Wasserflasche schenkt, die es in der Sammlung noch nicht gibt, bekommt ein Abendessen spendiert. Also, aufgepasst: Jeder, der mich noch besuchen kommt, muss eine Wasserflasche mitbringen!

Montag, 23. Juni 2008

Fête de la Musique

Ganz Frankreich stand letzten Samstag Kopf, denn es war Sommeranfang und das bedeutet: Fête de la Musique. Bis ins kleinste Dorf gibt es Partys und Konzerte.

So auch in Grenoble. Die Stadt bebte vor Musik und Menschen, denn eine Band lauter als die andere! Jeder Musikgeschmack kam auf seine Kosten! Natürlich alles gratuit (umsonst). Dabei sein war Pflicht!

Samstag, 21. Juni 2008

Lac "La Taillat" und "Bois francais"

Endlich mal ein freier Tag, der noch nicht verplant ist. So habe ich meine Radlkarte der Umgebung rausgesucht und mich auf mein Metrovelo geschwungen, um die Seen der naeheren Umgebung zu erkunden.

Nach einer 3/4 Std. hatte ich den See "La Taillat" erreicht. Er liegt ganz idyllisch in einer Flussschleife der Isère. Dass Baden dort verboten ist, habe ich erst von einigen frz. Schülern, die mich beim Ballspielen teillassen haben, erfahren, als ich schon im Wasser war. Aber wo kein Kläger, da kein Richter. Sie haben wir erzählt, dass der nächste See "Bois francais", wo ich noch hinwollte, mit dem Fahrrad viiiiiel zu weit weg ist. Das wolln wir mal sehen. War nach 20 min dort, jedoch war er das pure Gegenteil von dem ersten See, da öffentlich und viel zu laut (überall plärrende Kinder, grrrr).

Letztlich schliesst an diesem Badesee noch ein anderer an, an dem Wasserski angeboten wird. Vielleicht werde ich das demnächst mal ausprobieren *hals und bein bruch*.

Freitag, 20. Juni 2008

Crêperie "Le Célia"















Einen Abend ruft mich Karin an. Sie sagt, dass sie jetzt bei Celia sind. Und dort einen Crêpe essen wollen. Ob ich auch Hunger habe...
Ich: Wo bist Du? Bei mir in der Nähe?
Karin: Nein, ich bin nicht bei Dir, sondern bei mir um die Ecke. Bei Celia. (Genuschel im Hintergrund)
Ich: Mit wem sprichst Du denn gerade?
Karin: Mit Dir, wieso?
Ich: ???
Karin: Die Crêperie heisst Celia, wo wir jetzt sind.
Ich: Achso...
...Als könnte ich Gedanken lesen, dass es in Grenoble eine Crêperie gibt, die Célia heisst (lachend ueber den Boden rollend)...

Lac Archard

Letzten Sonntag hatten Krystof und ich uns zum Wandern verabredet. Um 9h30 wollte ich ihn mit dem Auto abholen. Aber ich kam mit meinem Ausweis nicht aus dem Parkhaus raus. Hatte mir mein Besuch mit der Benutzung meines Parkausweises alles durcheinander gebracht. Kein Pförtner weit und breit. Ist ja Sonntag. Nach zahlreichen Tricks auch nix. Hab also gewartet, bis der nächste rausfuhr und ich dann flink hinterher.

Wir sind nach Chamrousse zur Skistation gefahren. Von dort aus über die Pisten ins Gebirge marschiert. Krystof kannte sich super aus. Nach 1,5 Stunden waren wir am Ziel, dem See "Archard", angekommen. Nach einem Picknick wieder zurück. Wann und zu welchem See gehen wir das nächste Mal wandern?

Sonntag, 15. Juni 2008

Ile de Porquerolles

Einen Tag habe ich mich allein mit dem Auto auf den Weg zum Hafen von Le Lavandou gemacht, weil die anderen am Strand verweilen wollten. Eine Stunde Fahrt über Bundesstrasse, das sollte für ein Mädel alleine zu schaffen sein. Hätte mich mein Navi nur nicht über die Abkürzung, d.h. über eine einspurige Bergstrasse des Massifs des Maures geschickt. Puh, hab ich geschwitzt, als mir ein Geländewagen entgegen kam. Rechts neben mir der Abhang. Also, hab ich ihn rechts von mir vorbeigelassen, indem ich ganz links an den Berg rangefahren bin. Ich hab es nicht gewagt, seitlich an den Abhang ranzufahren. Als die Strassen dann bissl breiter wurden, kam mir ein Feuerwehrfahrzeug entgegen. Würd mal sagen, toi, toi, toi, dass der mir nicht früher in die Quere kam...

Auf der Rückfahrt war ich dann schlauer: bin schön auf der Bundesstrasse geblieben und hab mein Navi einfach plaudern lassen...

Immerhin hatten sich die anfänglichen Strapatzen gelohnt. Gelandet bin ich letzten Endes auf der Insel de Porquerolles. Diese Insel steht unter Naturschutz und misst 7 x 2 km. Autos sind auf der Insel nicht erlaubt. Beton darf dort nicht fließen. Mit dem Rad (mehrere Verleiher am Hafen) habe ich die paradiesischen Strände abgeklappert. Die Wege führten durch Pinienwälder, vorbei an Weingütern bis zu den Klippen auf der Südseite.
Es war ein Traum!!!

Samstag, 14. Juni 2008

Gorges du Verdon

Die Bilder unseres Ferienhäuschens in St Aygulf haben wirklich nicht zuviel versprochen. Das Haus war riesig und purer Luxus. Ein sehr idyllischer und ruhiger Ort- perfekt zum ausspannen. So machte uns der 15 min. Fussmarsch zum Haus- und Sandstrand nichts aus.

Absoluter Highlight war die Schlucht von Verdon (Grand Canyon du Verdon). Nach 1,5 stündiger Anfahrt über zahlreiche Haarnadelkurven, wobei einem das Frühstück fast wieder hoch gekommen ist, haben wir die Point Sublime erreicht, wo aus wir die Aussicht genossen haben und anschliessend in die Schlucht abgestiegen sind. Sogar mein Wanderfreund Stefan war ganz guter Dinge- und das soll schon was heissen. Damit war sein Wanderpensum fürs Jahr natürlich ausgeschöpft:-) Am Flussbett angekommen führte der Weg weiter durch finstere Tunnel. Da wir keine Taschenlampen dabei hatten, mussten wir umkehren:-(

Später sind wir die Route des Crêtes abgefahren, eine Höhenstrasse am Nordufer des Verdon mit ganz vielen Aussichtspunkten. Fast schlecht ist mir geworden, als ich einigen Wahnsinnigen beim Klettern an der steilen Felswand zugeschaut habe. Und goldig waren die Ziegen am Straßenrand, die auch gedacht haben müssen "die Touris mit ihren Kamaras, spinnen total".

Irgendwann sind wir an der Stelle angekommen, wo man noch einmal in die Schlucht absteigen konnte. Stefan und Reginald haben gestreikt. Melanie und ich haben des lieben Frieden Willens nachgegeben. Was am Ende auch gut war, denn dunkle Wolken zogen auf und wir wurden auf der Rückfahrt von bösem Unwetter mit Hagel erwischt. Eine Stunde lang sind wir durch prasselnden Regen und Hagel gefahren. Die Blitze waren überall- vor, hinter und neben uns.

Am selben Tag sind in der Schlucht zwei junge Deutsche mit Führer infolge des Unwetters ums Leben gekommen, als sie mit dem Kanu unterwegs waren und von einer drei Meter hohen Welle erwischt wurden. Gut, dass wir nicht Kanu gefahren sind.

Donnerstag, 5. Juni 2008

Vorfreude ist die beste Freude

Juhu, Samstag gehts fuer eine Woche zusammen mit den Nachbarn und meinem Schatz aus Deutschland in den hoffentlich sonnigen Süden Frankreichs, d.h. an die Côte d´Azur! Freu mich schon riesig!! Hoffe, dass unser Ferienhaeuschen auch in Wirklichkeit so schön wie auf den Fotos ist!!

Friseur

Heute war ich beim Friseur bei mir um die Ecke. Erstaunlich, wieviele Friseure auf der kleinen Fläche rumgelaufen sind. Meiner Meinung nach viel zu viel Personal. Sind sich ja fast gegenseitig auf die Füsse getreten. Hier waschen einem die Männer die Haare und man muss sich im Stehen die Haare schneiden lassen. Da mir die speziellen frz. Wörter fehlten, um meine Wünsche konkret aeußern zu koennen, habe ich aus einem Katalog ne passende Frisur rausgesucht und dann einfach machen lassen. Und so siehts jetzt aus!

Sonntag, 1. Juni 2008

Sprachurlaub in Montpellier

Ich habe Urlaub gemacht, um meine Französischkenntnisse eine Woche lang in einer Sprachschule in Montpellier zu verbessern. Dort habe ich bei einer Gastfamilie bzw. -mutter gewohnt. Unglaublich, was ich erlebt habe...

1. Tag:
Ankunft am Sonntag abend. Beim Abendessen wurde die Hausordnung verkündet:

Regel Nr.
1) Haustürschlüssel 4x rumdrehen
2) In meinem Zimmer die Sachen in den vorgegebenen Boxen im Regal verstauen
3) Nichts auf dem Boden hinstellen, was das Staubsaugen erschweren könnte (im Endeffekt wurde kein einziges Mal durchgesaugt, da am Ende der Woche ein Papierschnipzel immer noch da lag)
4) Den Koffer danach unter dem Bett verstauen
5) Grundsätzlich nur abends bis spätestens 22h duschen
6) Sparsam mit Wasser umgehen, z.B. beim Einseifen Hahn zudrehen
7) Das benutzte Toilettenpapier nicht mit runterspülen, sondern in den Mülleimer werfen
8) Bei Benutzung der Toilette nach 23h nicht mehr spülen (Nachtruhe)
9) Katze niemals aus dem Haus rauslassen
10) Fensterläden meines Zimmers geschlossen lassen, wegen der Katze (es war immer dunkel)
11) Licht nicht unnötig brennen lassen
12) Tür leise schließen
13) Bett morgens machen (bei den vielen frz. Laken eine Meisterleistung)
14) Zimmer jeden Morgen sauber hinterlassen
15) Rechtzeitig Bescheid geben, falls ich zum Abendessen nicht da bin
16) Schuhe ausziehen und in den Korb tun
17) Handtuch auf dem vorgegebenen Haken im Bad hängen

Eigentlich meine ich zu wissen, wie man sich zu benehmen hat. Aber als ich das dann noch alles aufs Butterbrot geschmiert bekommen habe, war ich doch etwas sprachlos. Insgesamt musste ich jeden Morgen mind. eine viertel Stunde einplanen, um mein Zimmer auf Vordermann zu bringen und um alles so zu hinterlassen, wie es gefordert war.

2. Tag:
Regen, Regen und nochmals Regen! Einweisung und Zuordnung zur Gruppe. Bin in der Groupe avancé. Wir schauen uns Nachrichten an und lesen die Zeitung und versuchen das ganze zu verstehen. Waehrend unsere Gruppe aus ca. 7 Leuten und fast nur Deutschen besteht, tummeln sich in den anderen Gruppen Amerikaner, Singapuris, Chinesen und sonstiges. In der Mittagspause gibt es einen Aperitif mit Wein und verschiedenen Käsesorten. Nachmittags die Stadtfuehrung durch Montpellier, gefuehrt von meinem Lehrer Thierry. Abends vor dem Essen die empfohlene Joggingstrecke meiner Gastmutter ausprobiert. Immerhin gleich um die Ecke, jedoch etwas klein der Park, so dass ich mind. 8 Runden laufen musste, um auf eine halbe Stunde zu kommen.

3. Tag:
Im Unterricht lesen und interpretieren wir Comics von Ti-Teuf. Witzig der Kleine. Nachmittags fahren wir von der Schule aus mit dem Bus nach Saint-Maries-de-la-Mer, in die Carmarque. D.h. nochmal Flamingos, Wildpferde und Stiere. Von der Kirche hatte man einen tollen Ausblick ueber den Ort und zum Meer. Es war total stuermisch und die Wellen der absolute Wahnsinn. Vor der Rueckfahrt gab es einen Apertif am Bus. Salami von Stieren (wuerde mal sagen eher Geschmackssache) und dazu der für die Region typische Vin du Sable. Auf der Rueckfahrt frz. Lieder gesungen, während unser Animateur Gitarre gespielt hat. Abends vor dem Essen gab es wieder einen Aperitif. Hatte die Wahl zwischen Likör und Whiskey-Cola und lerne mal ganz andere Seiten meiner Gastmutter kennen....

4. Tag:
Shopping nach dem Unterricht. Abends haben wir bei der Freundin meiner Gastmutter gegessen. Super lecker. Ich liebe das Essen der Franzosen! 4 Gaenge: Salat, Hauptspeise, Kaeseplatte, Kuchen!

5. Tag:
Wetter wird so langsam besser. Mit Nicole, einer Schweizerin, am Meer suedlich von Montpellier lang gefahren und an den schoensten Stranden angehalten, danach weiter ueber Sête bis zum Cap d' Adge.

6. Tag:
Auf Wunsch unseres Lehrers halte ich ne 15min. frz. Präsentation ueber die Wiedervereinigung in Deutschland. Gar nicht so schlecht gelaufen und danach natuerlich stolz wie Oskar. Zusammen mit zwei anderen Deutschen, Lotta und Kathrin, bin ich am Nachmittag nach Carnon zum Strand gefahren und danach in das altertümliche Doerfchen Aigues-Mortes, wo wir uns u.a. mit lecker aussehenden Keksen eingedeckt haben, die letztlich ziemlich trocken waren.

7.Tag:
Gegen 10h morgens kam Annette aus Toulouse am Bhf in Montpeiller an, gegen Mittag dann Karin aus Grenoble. Dazu kamen noch Lotta und Kathrin, so dass wir uns zu fuenft in mein Auto gequetscht haben, um die Gegend von Montpellier zu erkunden. Ueber die Pont de Diable (Teufelsbruecke) weiter zu der Grotte de Clamouse bis zu dem mittelalterlichen Ort St-Guilhem-le-Désert, wo wir einen pitoresken Laden nach dem anderen bestaunt haben (man sehe uns mit großen Augen und offenen Mündern) und uns letztlich mit leckerer Olivenpastete eingedeckt haben. Gewandert sind wir später noch oberhalb des Ortes, was echt schoen war.

Ich konnte mich nicht mehr einkriegen vor lachen als ich am Abend Annette und Karin in ihr Hotel gebracht habe, dass meine Gastmutter fuer die beiden organisiert hat. So einen Empfang habe ich noch nie gesehen. Ein Kabuff bestehend aus einem Bett mit einem Mann, dem fast die Zaehne rausfallen, zwei Hunden und einem laufenden Fernseher. Hat nur das Bier gefehlt. Aber wahrscheinlich haben wir es nur nicht gesehen. Da koennt Ihr Euch vielleicht vorstellen, welch ein übler Geruch uns aus der Luke beim Zahlen entgegenkam.

8. Tag:
Sonntag morgen gings dann in gleicher Besetzung weiter. Von der Pont du Gard, über Les Baux (super sehenswert, denn der Ort liegt auf einem fast freistehenden Fels) bis nach Nimes, wo wir uns die Arena und den Jardin de la Fontaine angesehen haben. Abends war am Bahnhof leider Abschied angesagt, denn die schöne Zeit im Süden war mal wieder vorbei.